LOGISTICS CAMPUS 2026 in Heidelberg

Intralogistik zum Anfassen

Von Automatisierung bis Digitalisierung, von Fachkräftemangel bis Künstliche Intelligenz, von Effizienzdruck bis Safety: Die Spielregeln der Intralogistik verändern sich derzeit so rasant wie nie zuvor. Ein denkbar guter Zeitpunkt also, tief ins Spiel einzutauchen. Dazu bot der LOGISTICS CAMPUS 2026 von Linde Material Handling in Heidelberg reichlich Gelegenheit. Hier konnten Logistikprofis das perfekt getaktete Zusammenspiel unterschiedlichster Lösungen hautnah erleben – und dabei auch einen echten Gamechanger erstmals in Aktion verfolgen: den Linde T-MATIC core für die automatisierte Be- und Entladung von Lkws. Unterwegs auf dem „biggest playground“ der Logistik.

Die Augen mussten sich erstmal kurz neu justieren: Denn unter dem Dach des imposanten Palastzelts auf dem Airfield vor den Toren Heidelbergs, wo der LOGISTICS CAMPUS für zehn Tage sein Zuhause gefunden hat, taucht man in eine ganz eigene Welt ein. Eine Welt, in der sich alles, aber auch wirklich alles um Intralogistik dreht. Man sah Stapler beim Entladen von Lkw-Trailern und Schubmaststapler beim Bedienen eines Regals; hier schlängelte sich ein Routenzug über das Gelände, dort verlud ein bislang unbekanntes FTS eigenständig Paletten in einen Container. Dazwischen: interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer, intensive Fachgespräche, spannende Vorträge … echte Campus-Atmosphäre eben! „Wir freuen uns riesig, dass unser neues Event-Format, der LOGISTICS CAMPUS, so gut angekommen ist“, sagt Martin Stadtmüller, Senior Director Marketing bei Linde MH Germany. „Unser Ziel war es, einen Ort für Logistikprofis zu schaffen, an dem ihre tägliche Realität mit ihren tatsächlichen Herausforderungen abgebildet wird – ergänzt um unsere passgenauen Lösungen.“

Ein neues Format – von Format

Wie ernst es Linde MH mit diesem Anspruch war, lässt sich allein an den Dimensionen des LOGISTICS CAMPUS 2026 ablesen: rund 6.000 Quadratmeter überdachte Gesamtfläche mit drei dezidierten Areas, 16 Technologiepartnern als Ausstellern sowie einem kompletten Materialflussprozess im Maßstab 1:1. Kein Wunder also, dass die beiden Kundentage am 24. und 25. Juni mit knapp 500 Gästen aus aller Welt restlos ausgebucht waren. Zusätzlich hatten bereits in den Tagen davor Vertreterinnen und Vertreter von Linde MH-Vertriebs- und Servicepartnern die Gelegenheit genutzt, sich vor Ort umfassend zu qualifizieren – sei es in puncto Technologie, Fahrzeuge oder Prozesswissen.

Progress in process

Stichwort Prozesse: Auf reges Interesse der angereisten Entscheider, Logistikverantwortlichen und Branchenprofis stieß die Area „Process World“. Hier wurde in vier Segmenten der vollständige Warenfluss eines fiktiven Getränkelogistikers „NeckarDrink Logistik“ simuliert, vom Wareneingang und Warenausgang über den Warentransport bis hin zur Einlagerung. Für letztere hatte man eigens ein in der Getränkebranche typisches Blocklager mit drei Ebenen aufgebaut. Ein ideales Setting, um verschiedene manuelle und automatisierte Linde-Lösungen und deren Ineinandergreifen maximal praxisnah zu inszenieren.

Automatisierung live, Weltpremiere inklusive

Dabei konnte das Fachpublikum sogar einer echten Weltneuheit bei der Arbeit zusehen: dem neuen Linde T-MATIC core. Das FTS war für die selbstständige Be- und Entladung von Containern mit palettierten Getränkekisten zuständig und erfüllte diese Aufgabe mit Bravour und dank hochentwickelter FTS-Navigation übrigens ganz ohne zusätzliche Sensorik am Dock. Ein weiteres Highlight in der Process World bildete die Performance-Demonstration des ebenfalls neuen Linde I-MATIC AC core. Seine Aufgabe auf dem LOGISTICS CAMPUS bestand in der Bedienung des Getränke-Blocklagers. Das hochindividualisierbare FTS bewegte Traglasten von bis zu 4.500 Kilogramm ebenso präzise wie zügig auf knapp 7 Meter Höhe. Zwischen T-MATIC core und I-MATIC AC core wickelten die Modelle Linde L-MATIC core und Linde L-MATIC HD k zielgenau den Streckentransport der palettierten Getränkekisten ab.

Praxisnah: Live-Demonstration des Niederhubwagens vom Typ Linde T20.
Lkw-Beladung mit dem Linde E50-Gegengewichtsstapler.
Automatisiertes LKW Be- und Entladen: der neue Linde T-MATIC core im Einsatz.
Wissenstransfer: Im Classroom-Bereich gab es zahlreiche Neuheiten von Linde MH zu erfahren.
Wendigkeit auf engstem Raum: Der Linde P60 C demonstrierte, dass er auch enge Kurven problemlos meistert.
Hoch hinaus: Ein Kommissionierstapler von Linde MH im dreigeschossigen Palettenregal von NeckarDrink Logistik.
Elektromobilität: In der Technic World erfuhren die Besucher anschaulich, worauf es beim Laden von Flurförderzeugbatterien ankommt.
Persönliche Beratung: Linde MH-Experten beantworteten individuelle Fragen der Besucher.
Big Data: Das myLinde-Dashboard machte Fahrzeugdaten sichtbar – hier die Shock-Control-Auswertung eines Campus-Fahrzeugs.
Die Partner Expo des LOGISTICS CAMPUS 2026 bot 16 Technologiepartnern eine Plattform, um ihre Lösungen zu präsentieren.
Automatisierung zum Anfassen: Die Sicherheits- und Navigationsfunktionen des Linde L-MATIC core VDA 5050 onboarded konnten aus nächster Nähe begutachtet werden.
Routenzug im Einsatz: Der Linde P60 C mit sechs Anhängern vom Typ LT10 WX beim Transport mehrerer Ladungsboxen.
Auf Augenhöhe: Besucher und Linde MH-Experten nutzten das Event für den fachlichen Austausch.
Ein Fachbesucher testete die neuen myLinde-Funktionen.
Das Motto des LOGISTICS CAMPUS 2026: „Where Logistics Connects. Drives. Levels Up.“

Es gibt nur gute Fragen

Noch Fragen? Na klar, und zwar jede Menge: Wie gut sind die Fahrzeuge ausgelastet? Wie steht es um das Nutzungsverhalten bzw. die Qualifikationen des Fahrpersonals? Und an welchen Punkten im Lager kommt es häufig zu Beinahe-Kollisionen? Antworten darauf erhalten Flottenverantwortliche heute mithilfe digitaler Systeme so einfach und umfassend wie nie zuvor. Bestes Beispiel: die Flottenmanagementlösung myLinde AI, deren vielfältige Vorteile auf dem LOGISTICS CAMPUS ausführlich – und vor allem ganz konkret anhand des aufgebauten Warenflusses – demonstriert wurden.

Von myLinde AI bis zu RTLS+

„Nutzer können myLinde AI in natürlicher Sprache frei formulierte Fragen zur eigenen Flotte stellen. Sie erhalten blitzschnell detaillierte Informationen, grafische Auswertungen und sogar konkrete Handlungsempfehlungen. Dieses intuitive Bedienkonzept kam bei den Gästen hervorragend an“, betont Linde MH-Expertin Sophia Lang. Gleiches galt für eine weitere Linde MH-Innovation: das Real Time Locating System RTLS+, durch dessen Einsatz sich sowohl automatisierte als auch manuelle Fahrzeuge künftig mit minimalem Hardwareaufwand präzise in Echtzeit lokalisieren lassen.

Tests auf Herz und Nieren – in der Technic World

Als perfekte Ergänzung zum „großen Ganzen“ in der Process World durfte natürlich der Blick aufs Detail nicht fehlen – sprich: auf Fahrzeuge, Technologien und Konzepte. Diesen Blick ermöglichte der zweite große Bereich auf dem LOGISTICS CAMPUS, die Technic World. „Hier ging es wirklich bis aufs Level der einzelnen Schraube“, fasst es Martin Stadtmüller zugespitzt zusammen. Im Fokus: die neue Schubmaststapler-Generation Linde Ri14 – Ri18 sowie die aktuellen Gegengewichtsstapler-Modelle der Linde E-, Ei- und Xi-Baureihe. Ausgewählte Geräte standen den Gästen für ausführliche Testfahrten bereit, auch im direkten Vergleich mit Fahrzeugen ausgewählter Mitbewerber.

Back to reality

Apropos Testfahrt: Hier hatte sich der Veranstalter noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. So durften die Teilnehmenden ihr Fahrzeug durch eine „Geisterbahn“ manövrieren, auf der ihnen verschiedene Hindernisse und furchteinflößende Gestalten begegneten. Im Nachhinein erfolgte dann, ganz seriös, die Analyse der Fahrt. Auf Basis der durch den Linde Safety Guard gesammelten Daten konnten die Tester in myLinde exakt nachvollziehen, an welcher Stelle welche Gefahr gelauert hatte. Frei nach dem Motto: Willkommen zurück – in der Realität.

Veröffentlicht am 29.06.2026